Prüfer untersucht ein Auto auf der Hebebühne
Einkauf6 Min. Lesezeit

HU/TÜV beim Gebrauchtwagen-Ankauf: was die Plakette über den Einkauf verrät

Ob die HU noch zwei Jahre läuft oder nächsten Monat fällig ist, macht beim Einkauf schnell ein paar hundert Euro aus. Woran Sie das Risiko erkennen, wie Sie es einpreisen und wie Sie Autos mit abgelaufener HU sicher zum Prüftermin bringen.

CarFalke Redaktion

Die Hauptuntersuchung ist beim Einkauf mehr als ein Datum auf der Plakette. Sie entscheidet darüber, ob ein Auto sofort verkaufsfertig ist oder erst in die Werkstatt muss – und damit über einen Teil Ihrer Marge. Wer die HU systematisch in den Ankauf einbezieht, erlebt beim Prüftermin weniger Überraschungen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Pkw müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, Neuwagen zum ersten Mal nach drei Jahren.
  • Die Restlaufzeit der HU gehört in die Kalkulation: eine fällige HU kostet Gebühr, Vorbereitung und oft Reparaturen.
  • Der letzte Prüfbericht zeigt Mängel und den Kilometerstand – fragen Sie danach.
  • Ein Auto mit abgelaufener HU darf nur zur Prüfstelle oder mit Kurzzeit- oder rotem Kennzeichen bewegt werden.
  • „HU neu“ im Verkaufsinserat ist eine Zusage, an der Sie sich messen lassen müssen.
  • Eine frische HU verkürzt beim Weiterverkauf oft die Standzeit.

1. Restlaufzeit richtig einpreisen

Pkw müssen in Deutschland in der Regel alle zwei Jahre zur HU, Neuwagen zum ersten Mal nach drei Jahren. Das Fälligkeitsdatum steht auf der Plakette am hinteren Kennzeichen und in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Für die Kalkulation zählt, wann die HU im Verhältnis zum geplanten Verkauf fällig wird:

  • Mehr als ein Jahr Restlaufzeit: kein eigener Posten, die HU ist ein Verkaufsargument.
  • Fällig innerhalb der erwarteten Standzeit: Prüfgebühr, Vorbereitung und ein Puffer für Reparaturen gehören in die Rechnung.
  • Abgelaufen: Wie oben – plus der Aufwand, das Auto legal zur Prüfstelle zu bringen.
Kurze HU drückt den Verkaufspreis
Viele Käufer achten auf die Restlaufzeit. Eine HU, die in den nächsten Monaten fällig wird, führt im Verkaufsgespräch fast immer zu Nachlassforderungen – auch wenn das Auto technisch einwandfrei ist.

CarFalke liest die HU-Angabe von der Detailseite des Inserats und zeigt sie in der Liste. Im Suchauftrag gibt es die Bedingung „HU neu“: Dann kommen nur Fahrzeuge, deren HU noch mindestens 20 Monate läuft (oder deren HU-Datum das Inserat nicht nennt).

2. Den letzten Prüfbericht lesen

Fragen Sie den Verkäufer nach dem letzten HU-Bericht. Er zeigt mehr als die Plakette:

  • Festgestellte Mängel und ihre Einstufung: ohne Mängel, geringe, erhebliche oder gefährliche Mängel.
  • Hinweise auf Verschleiß, zum Beispiel an Bremsen, Achsen oder durch Rost – oft die Reparaturen der nächsten HU.
  • Den Kilometerstand zum Prüfzeitpunkt, ein wichtiger Abgleich gegen manipulierte Tachostände.

Bei erheblichen Mängeln gibt es keine Plakette; der Halter muss die Mängel in der Regel innerhalb eines Monats beheben und das Auto zur Nachprüfung vorstellen. Fehlt der Bericht oder kann der Verkäufer ihn nicht vorlegen, preisen Sie das Risiko ein.

LesetippFahrzeughistorie vor dem Ankauf prüfen: FIN, Papiere, Kilometerstand und Unfälle

3. Autos mit abgelaufener HU bewegen

Mit abgelaufener HU darf ein Auto im öffentlichen Verkehr nur eingeschränkt bewegt werden. Für Händler gibt es drei übliche Wege:

  • Direkte Fahrt zur Prüfstelle oder zur Werkstatt, die die HU vorbereitet – mit dem bisherigen Kennzeichen, solange das Auto zugelassen ist.
  • Rotes Händlerkennzeichen („06er“) für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten, wenn Ihr Betrieb eines hat.
  • Kurzzeitkennzeichen für ein bestimmtes Fahrzeug, höchstens fünf Tage gültig.

Wer die HU deutlich überzieht, riskiert außerdem ein Bußgeld; ab mehr als acht Monaten kommt ein Punkt in Flensburg hinzu. Bei mehr als zwei Monaten Verzug wird die Prüfung zudem umfangreicher und teurer.

LesetippKurzzeitkennzeichen, rotes Kennzeichen, Ausfuhrkennzeichen: wie Händler eingekaufte Autos überführen

4. „HU neu“ beim Weiterverkauf

Eine frische HU ist beim Verkauf eines der stärksten Argumente. Wer sie im Inserat nennt, gibt aber eine Zusage: Gerichte werten „HU neu“ in der Regel als Beschaffenheitsangabe – das Auto muss bei Übergabe verkehrssicher sein und die HU ordnungsgemäß durchgeführt worden sein. Nennen Sie deshalb Monat und Jahr, geben Sie den Prüfbericht mit und machen Sie die HU erst, wenn die Aufbereitung und Reparaturen erledigt sind.

Wie viel eine neue HU beim Verkauf bringt, hängt vom Modell und der Preisklasse ab. Bei günstigen Fahrzeugen entscheidet sie oft darüber, ob ein Käufer überhaupt anruft; bei teureren ist sie eher ein Detail neben Wartungshistorie und Zustand.

Häufige Fragen

In der Regel alle zwei Jahre; Neuwagen zum ersten Mal nach drei Jahren. Das Datum steht auf der Plakette und in der Zulassungsbescheinigung Teil I.
Die direkte Fahrt zur Prüfstelle oder zur vorbereitenden Werkstatt ist mit zugelassenem Fahrzeug in der Regel möglich. Für andere Fahrten nutzen Händler ein rotes Kennzeichen oder ein Kurzzeitkennzeichen.
Gerichte sehen darin meist eine Zusage, dass das Auto bei Übergabe verkehrssicher ist und die HU ordnungsgemäß gemacht wurde. Nennen Sie das Datum und geben Sie den Prüfbericht mit.
EinkaufRatgeberCarFalke
CarFalke Redaktion

Die CarFalke Redaktion schreibt für Autohändler und Einkäufer – über Steuern, Kalkulation, die Portale und alles, was beim Gebrauchtwagen-Einkauf zählt.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: siehe Datum oben.

Weitere Ratgeber

Alle Ratgeber

Testen Sie es mit Ihren eigenen Suchen.

Zugang anfragen, Firma prüfen lassen, 30 Tage kostenlos mit dem ganzen Team arbeiten – ohne Kreditkarte, ohne Laufzeit.